HITACHI in Deutschland – Internet of Things

HITACHI, ein globaler Mischkonzern aus Japan mit Hauptsitz in Tokio mit rund 300.000 Mitarbeitern und etwa 74 Mrd. Euro Jahresumsatz. Gehört nach dem Forbes Company Ranking zu den 200 größten Unternehmungen weltweit.

2020 wurde HITACHI in dem zukunftsträchtigen Geschäftsfeld IOT, dem Internet of Things (im deutschsprachigen häufig auch als Internet der Dinge bezeichnet) in die Kategorie der führenden Anbieter aufgenommen. Als Leader des Gartner Magic Quadrant Ranking* sind lediglich die Unternehmen PTC, Microsoft und Hitachi mit ihren Industry IOT Platforms aufgeführt. Ein Top-Umfeld und Top-Technologie mit der Hitachi sich für die Zukunft aufstellt. Auch in anderen Sparten ist das Unternehmen bestens gerüstet.

Auch das Marketing und der Firmenauftritt sind maximal professionell. Umso mehr wundert man sich über diesen „Lost Place“ mitten in Deutschland:

Lost Place HITACHI Germany. Quelle: eigenes Bild

Inspire the Next! Kaum treffender scheint ein Marketing Claim als der von HITACHI. 😉 Bleibt zu hoffen, dass hier nicht die Internet of Things Industry Platform HITACHI Vantara für den deutschen Markt entwickelt oder vertrieben wurde.

 

Ahoj – mehr Müll dank Dose!

Ahoj, in Anlehnung des Seemannsrufs „Ahoi“, ist ein in Deutschland seit 1925 hergestelltes Brausepulver sowie weitere Brauseprodukte. Das Symbol der Marke ist ein blaugekleideter Matrose.

Das Brausepulver wird in Tütchen verkauft. Eigentümer der Marke Ahoj ist nach Aufkauf der ursprünglichen Herstellerfirma Frigeo das deutsche Süßwaren Unternehmen Katjes Fassin GmbH + Co. KG. Mit einem Umsatz von rund 308.4 Mio. Euro in 2018 die Nummer drei der deutschen Süßwarenhersteller.

Ursprünglich war die Geschäftsidee hinter der Marke Ahoj der Handel mit Trinktabletten und Brausepulver sowie Brausekomprimate mit den Geschmacksrichtungen Zitrone und Orange um sich als Alternative zu Limonaden zu positionieren.

Eine kleines Tütchen zum aufreißen mit vielen Vorteilen:  

  • mit einer kleinen, leichten Menge Brausepulver können große Menge Trinkbrause herstellt werden
  • Wasser aus dem Hahn ist nahezu überall verfügbar um Trinkbrause zu mischen
  • wahlweise kann Wasser mit oder ohne Kohlensäure verwendet werden
  • der Geschmack kann durch die verwendete Menge (Mischverhältnis) individuell angepasst werden
  • übrig bleibt ein kleines leeres Tütchen als Müll
  • keine Flasche (weder aus Glas noch aus Plastik) oder Dose notwendig
  • es muss kein zusätzliches Etikett für die Flasche produziert werden
  • keine zusätzliches Verpackungsmaterial für die Flasche (Plastik, Pappe etc.)
Ahoj Brause Dose.jpg

Quelle: eigenes Bild

Was macht Katjes?

Hurra, es wird ein neues Produkt auf den Markt geworfen. Ahoj-Brause zum trinken aus der Dose! Das steht ja vollständig dem entgegen wofür die Marke Ahoj steht und nimmt alle Vorteile, die das Brausepulver bietet…

EGAL, Katjes macht die Dosen.

Nun bleibt jede Menge Extramüll. Wollen wir mal raten, der Konsument wollte natürlich das Produkt in der Dose, richtig Katjes?

Auf der Ahoj Homepage nimmt die Dose die prominenteste Platzierung ein. Das dazugehörige Brausedosen Werbevideo ist seit dem 28.05.2019 auf Youtube verfügbar und hat nach einem Monat (Stand 25.06.2019) schon ganze 752 Aufrufe.

 

Verstopfung!?

Wie und wo akquiriert man die Zielgruppe 18 – 80 Jahre mit Verstopfung? In der U-Bahn! Deshalb ist die klassischen Ansprache über Print-Werbung das Mittel der Wahl. 😉

Besonders ist die Altersgruppe 65 – 80 Jahre wird spontan in der U-Bahn das Smartphone zücken und die aufgeführte URL besuchen. Schließlich geht es ja um die Teilnahme an eine placebokontrollierten Studie. Alles klar? Dann einfach mitmachen…

Verstopfung

Quelle: eigenes Bild

Folgende Details stellt das werbende bzw. akquirierende Unternehmen noch zur Verfügung: placebokontrollierte, klinische Studie zur Behandlung von Patienten mit Verstopfung. Im Rahmen dieser Studie werden die Patienten über einen Zeitraum von 4 Wochen behandelt und insgesamt 6 Wochen beobachtet.

Weitere Kriterien:

  • an Verstopfung leiden (< 3 Darmentleerungen pro Woche)
  • zwischen 18 und 80 Jahren alt sind

Was kaubar?

Seit 1969 gibt es Tic Tac sie sind eine Marke von Ferrero und werden als kleine Lutschdragées definiert. Die Markteinführung in Deutschland erfolgte im Jahr 1972. Tic Tac ist also ein eigenes Segment… doch was kündigt sich da an? Die neue Kampagne KAUBAR propagiert die Tic Tags sind jetzt auch als Kaugummis zu haben.  

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Quelle: eigenes Bild

Typischerweise sind 37 bzw. 100 Lutschdragées in einer Packung. Da liegt doch die Frage nah, wie viele Dragées ergeben denn die Menge eines normalgroßen Kaugummis? Und haben 2 Tic Tacs dann auch gerne mal zwei Kalorien und wie lange bleibt der Atem frisch? Fragen über Fragen, wie lange wird es diese Innovation wohl geben? Ich vermute, es handelt sich um einen Marketingflop der das Ursprungsprodukt zu stark in ein anderes Segment verschiebt. Ähnlich als würde Coca Cola eine Zahnpasta auf den Markt bringen. Viel Erfolg Ferrero, mit Überraschungseiern kennt ihr euch ja aus.

Wer hat die KOKOSDOSE beschriftet?

Diese Dose mit einem leckerem Kokosgetränk stammt aus Thailand, sie gibt es in in vielen Regionen in Südostasien zu kaufen. Der zunächst vorbildlichen internationalen Produktbeschreibung ist jedoch bei genauer Betrachtung nicht ganz zu trauen.

Dose Thailändischer Kokosaft mit deutscher Aufschrift

Quelle: Eigenes Bild

Das gilt im übrigen für fast alle Sprachen auf der Dose. Beschränken wir uns hier auf den deutschen Text:

„KOKOSSAFT mit Fruchtfleisch
Zutaten: kokossaft, kokosfleisch, Wasser, Suiker, Natriummetabisulphit (E223)
Mindesten Haltbar Bis: siehe Boden“ 

Warum ist es offenkundig so schwierig, solch einen Text korrekt auf ein Produkt zu drucken, welches täglich tausendfach hergestellt wird??? Und welchen Zweck erfüllt die Beschriftung dann eigentlich?

Mit getrenntem Altpapier wird es leichter

Die Werbeaussagen von Unternehmen sind oft langweilig und beliebig. Häufig sind sie austauschbar, doch in besonderen Situationen bekommen sie manchmal die „fehlende Würze“.

„Trenne Altpapier und zeig dich von deiner besten Seite“ heißt es hier auf dem Plakat der AWM (Abfallwirtschaftsbetrieb München). „Herr Wachtmeister, also dass Altpapier habe ich getrennt… aber dann wollte ich rüber auf die beste Seite… zum Parken.“

Müllauto in München

Quelle: Eigenes Bild

Da zeigt sich die AWM (Abfallwirtschaftsbetrieb München) von ihrer BESTEN SEITE und wer räumt die ganze Erde wieder weg und macht dann sauber?

Danke für den Keks… Warum den Kunden nicht einfach mal beleidigen? :-)

Humor oder Verarschung? Diese Frage drängt sich bei dem folgenden Produkt auf. Da schmeckt der Keks zum Kaffee doch besonders gut. 🙂

Vormachen-Nachmachen

„Machen Sie sich nichts vor – Ihnen macht sowieso keiner was nach!“ Ist das nun gutes oder schlechtes Marketing? Diese Frage ist schnell beantwortet, um welchen Gebäckhersteller handelt es sich? Antwort: Nicht zu erkennen! Wie schaut es mit der Wiedererkennung der Marke aus? Antwort: Welche Marke? Sonst ein Hinweis auf die Identität des Produktes… Fehlanzeige. Es handelt sich um eine ungewöhnliche und auch kreative Idee allerdings ist die Umsetzung stümperhaft. Somit ist es leider ein Bespiel für schlechtes Marketing.

Eine Frage wäre dann noch zu klären: Wer ist eigentlich dieser Unbekannt?

Neulich bei H&M

Jeder der Bekleidung von H&M schon einmal in der Waschmaschine gewaschen hat, muss sich bei diesem aktuellen Plakat des Bekleidungsdiscounter fragen, was denn nun schon wieder mit dieser Botschaft gemeint sein soll?

Quelle: Eigenes Bild

Quelle: Eigenes Bild

„Lang lebe die Mode“ steht da und es geht um Mode von H&M – diese steht für vieles, aber für Langlebigkeit? Erst im kleingeschriebenen Text darunter kommt zum Vorschein worum es geht. H&M will seinen Kunden an die Wäsche und zwar an die „aussortierte Wäsche“ vermutlich sind damit die H&M Kleidungsstücke nach dem ersten Waschgang gemeint. Mit der Phrase „Für mehr Nachhaltigkeit in der Mode“ wird auf Selbstverpflichtungen hingewiesen die der Unternehmenschef Karl-Johan Persson, erläutert. Darin ist zu lesen, was H&M alles tut für eine bessere Welt…

Doch das eine Preise-Menge (Discounter) Positionierung und die ursprüngliche Idee von Nachhaltigkeit sich ausschließlichen, wird in diesem Zusammenhang nicht erläutert. Warum bloß? Wird hier vielleicht jemand für dumm verkauft. Eventuell sogar der Kunde?

Vielleicht einfach mal bei H&M nachfragen. 😉

Wann ist eigentlich eine Marke verbrannt?

Manche Dinge muten merkwürdig an, z. B. wenn die Stadt Braunau auf einer Tourismusmesse für sich wirbt mit dem Spruch „Erlebnis Braunau“. Offen bleibt, was es denn dort genau zu erleben gibt und welche Zielgruppe angesprochen werden soll?

Quelle: Eigenes Bild

Quelle: Eigenes Bild

Die Stadt in der das Geburtshaus von Adolf Hitler steht, tut sich seit Jahrzehnten schwer mit ihrer Vergangenheit. Dies zeigt besonders die noch immer offene Frage, was mit dem leerstehenden und verfallenden Geburtshaus Hitlers geschehen soll.*

Irgendwie scheint es als könne man die Unsicherheit im Umgang mit der eigenen Identität und Vergangenheit auch an dem platten Werbesatz „Erlebnis Braunau“ ablesen. Gibt es möglicherweise einen Zusammenhang zwischen Umgang mit sich selbst und Wahrnehmung durch andere? Könnte es nicht sinnvoll sein, Verantwortung für die eigene Geschichte zu übernehmen und sich Tatsachen zustellen um so sicherzustellen, dass nachfolgende Generationen diese Verantwortung mittragen und weitergeben können. Hier ist ein umdenken erforderlich, damit Braunau tatsächlich zum Erlebnis werden kann. Ohne das im Subtext die Frage nach günstigen Hotelzimmern am 20. April mitschwingt.

Kirche in Not!?

Dass die katholische Kirche in Deutschland in Not ist, steht seit Jahren außer Frage. Die Mitglieder laufen in Scharren davon. Nicht zuletzt die Skandale um den Umgang mit Mißbrauch von Minderjährigen in der Institution sowie der zögerliche Umgang mit dem Bischof „Bling-Bling“ aus Limburg haben ihren Stellenwert zu Recht geschwächt. Auf weitere in diesem Kontext zu betrachtende Punkte, wie etwa die Rolle der Frauen in der Kirche oder gar die Ökomene möchte ich an dieser Stelle gar nicht erst eingehen.

Wie mißverständlich Botschaften sein können, damit sollte sich gerade die katholische Kirche auskennen. Einführend hatte ich ja bereits einige Beispiele benannt. Die Institution Kirche nimmt schließlich für sich die Verkündung der Botschaft (schlechthin) in Anspruch. Einfach gesagt wir sprechen hier von mehr als zweitausend (in Zahlen: 2000) Jahren Marketing- und Kommunikationserfahrung. Da ist einiges an Kompetenz auf diesen Gebieten vorhanden, so sollte man meinen. Nun unterhält die katholische Kirche einen Verein namens Kirche in Not mit dem Zusatz „…päpstlichen Rechts“.

Hier das Beichtmobil von Kirche in Not, ja Beichtmobil!

Quelle: Eigenes Bild

Quelle: Eigenes Bild

Nun sieht dieser Verein die katholische Kirche gemäß eigener Internetseite gar nicht in Not und es handelt sich dabei um einen eingetragenen Verein nach deutschem Recht. Doch die Bezeichnung Kirche in Not scheint aktueller denn je. Nun, mit der klaren Kommunikation und gutem Marketing ist das so eine Sache. Bleibt wohl nur noch zu klären ob man im dem Campingwagen auf dem Bild tatsächlich beichten kann.

 „Alles hat seine Zeit“ (Pr 3, 1 – 15) ist ein Bibelzitat, welches hoffentlich auch für die katholische Kirche gilt oder gar für das Zeitalter der menschlichen Religionen im Allgemeinen. Ich würde mich jedenfalls schon auf den Tag freuen, am dem emotionsfrei über die Notwendigkeit der Zahlung von Reparationsleistungen des Staates an die Kirche(n) gesprochen wird und der Mut aufgebracht wird, solch einen Unfug sofort abzuschaffen.

Vielleicht wäre es dann an der Zeit einen Verein (gemäß deutschem Recht) zu gründen, der kann ja dann Kirche richtig in Not heißen.

Der stationäre Shop des Monats

Der Spott über die Bezeichnung „Mitarbeiter des Monats“ in Deutschland hat sich seit Jahren als ein Running-Gag etabliert mit dem Mitarbeiter oder Kollegen die gute Ergebnisse erzielt haben, verspottet werden.

 Der Ursprung dieser Bezeichnung geht im deutschsprachigen Raum wahrscheinlich auf die Burgerkette „Goldenes M“ zurück, denn schon seit vielen Jahren befinden sich in den Filialen Schilder mit dem „Mitarbeiter des Monat“. Doch welchen Wert und vor allem welchen Nutzen haben solche Titel oder darf man hier schon von Auszeichnung sprechen? Es kann jedenfalls recht schnell der Eindruck entstehen, dass die allgemeine Anerkennung eher gering ist.

Mit der Kampagne „Mitarbeiter des Monats warb Ende 2014 der die Mietwagenfirma Sixt, in dem sie den Gewerkschaftsvorsitzenden der GDL abdruckte, ihn zum Mitarbeiter des Monats machte und zusätzlich darauf hinwies Mietwagen an allen Bahnhöfen bereit zu haben.

Was um Himmelswillen veranlasst denn dann einen Konzern der Einkaufszentren betreibt in seinen Passagen oder Arcaden jeden Monat aufs Neue einen „Shop des Monats“ auszurufen?

Quelle: Eigenes Bild

Quelle: Eigenes Bild

Wie wäre es denn mit einem Siegel für Online-Shop, welches den Shop des Monats im Internet anpreist?

Easy Jet verkauft Hools?

Hools ist eine gängige Bezeichnung für Hooligans, diese tummeln sich häufig im Fußball-Umfeld und treten meist negativ in Erscheinung z. B. durch Randale und Gewalt. An dem Begriff Hools ist also nichts Positives und es wäre ziemlich dämlich Produkte oder Dinge mit der Bezeichnung Hools zu verkaufen.

Umso überraschter war ich als ich auf einem Flug ins Vereinigte Königreich auf der Kopfstütze vor mir ein Foto sah auf dem mir eine Chips-Tüte mit der Aufschritt Hools erhältlich hier im Board-Verkauf angeboten wurde. Nun gut, die Assoziation Hooligans, Fußball, England (dahin fliegt mich die Easy Jet gerade…) wurde bedient. Aber die Frage was hat Easy Jet mit Hooligans zu tun bliebt unbeantwortet.

Easy Jet Hools Chips

Quelle: eigenes Bild

Im Board-Magazin war das selbe Bild, welches sich auf der Kopfstütze des Vordersitzes befand abgedruckt. Allerdings stand darunter in Schriftgröße sechs die Artikel-Bezeichnung Hoots. Somit ist das Produkt offenbar so dämlich fotografiert, dass man die Bezeichung Hools liest, zudem wurde es dann noch dummerweise in sämtliche Board-Magazinen und auf Kopfstützen der Flugzeuge von Easy-Jet abgebildet. Das nenne ich einen Marketing-Flop!